Klima und Böden

Klima und Böden
Basis für den Charakter eines Weins ist das Zusammenspiel von Boden und Klima. Im Kamptal ist dieses Zusammenspiel von ganz besonderer Finesse und Vielfalt. Denn hier haben wir es einerseits gleich mit dreierlei Arten von Böden zu tun(Urgestein, Löss und Lehm), andererseits mit einem Klima, das in dieser Konstellation wohl an wenigen Orten der Erde zu finden ist. Typisch für das rund 200 bis 300 Meter hoch gelegene Tal sind heiße Tage und kühle Nächte im Sommer, sowie lange sonnige Herbstperioden. Diese kontrastreichen Bedingungen verleihen den Kamptal-Weinen ihren unvergleichlichen, kristallklaren, mineralischen Charakter.

Grundsätzlich ist das Kamptal durch den Gegensatz von den trichterförmig aus Südosten einströmenden – gleichzeitig wärmenden – pannonischen Einflüssen und den aus dem Nordwesten einstreichenden kühlen Winden des raueren Waldviertels geprägt. Diese Kontraste sorgen auch nach heißen Tagen für eine deutliche nächtliche Abkühlung, die für die besonders feine Aromenausprägung der Weine verantwortlich ist. Die lange Vegetationsperiode im Kamptal bis in den Spätherbst hinein gibt den Trauben die Chance, ihre physiologische Reife zu erreichen. Jährliche Niederschlagsmengen von rund 550 Millimetern und eine mittlere Jahrestemperatur von neun Grad Celsius können als übliche Parameter betrachtet werden. Im manchen trockengefährdeten Lagen, wie etwa dem berühmten Heiligenstein, konnte mittels Tröpfchenbewässerung eine sinnvolle Feuchtigkeitsverteilung geschaffen werden. Prinzipiell sind weite Teile des Kamptaler Raums im Norden durch die Hochfläche des Waldviertels und im Nordosten durch den die Grenze zum Weinviertel bildenden Manhartsberg gegenüber zu starken Kälteeinbrüchen geschützt.

Die geologischen Bedingungen im Kamptal könnten kaum vielfältiger sein. Auf der einen Seite schieben sich vom Westen her die Gesteine der böhmischen Masse heran- in erster Linie Gföhler Gneis und Glimmerschiefer, aber auch Urgesteins-Verwitterungsböden, die zum Teil nur mit einer dünnen Auflage von Humus überdeckt werden. Sie sind ebenso wie der extrem seltene, verwitterte Wüstensandstein aus dem Perm, der das Herzstück des Heiligenstein dominiert, geradezu ideale Partner für hochklassige Rieslinge. Grüner Veltliner gedeihen dort aber ebenso gut wie auf den Schotterböden an den Abhängen des Manhartsberges oder den zum Teil mächtigen Lössanwehungen, die die südlichen Grenzen des Weinbaugebietes kennzeichnen.