Weinreben und Weinglas

Nach drei schwer zu meisternden Jahrgängen hatten es die Kamptaler Winzer 2019 endlich wieder mit einem freundlich gesinnten Weinjahr zu tun. Auf den warmen und niederschlagsarmen Winter 2019, der kaum seinen Namen verdiente, folgte ein wechselhafter Frühling: Der April war erneut sehr warm, während der kälteste Mai seit 1991 viel Regen mit sich brachte und die Entwicklung der Reben bremste; Spätfröste blieben zum Glück überall aus. Diese feuchte Periode war zweifellos ein Glücksfall, denn sie trug entscheidend dazu bei, dass die Rebkulturen die heißen Sommermonate unbeschadet überstanden.

Weinlese
So erntet man gerne

Perfekte Lese-Bedingungen

Ab Ende August setzte eine kühlere Periode ein, die vor allem auch angenehm kühle Nachttemperaturen mit sich brachte, welche positive Auswirkungen auf Fruchtaromen und Säurestruktur der Weine hatten. Der Herbst verlief sehr mild und ausgeglichen, sodass die Hauptlese planmäßig und ohne Hektik erfolgen konnte, zumal auch längere Regenfälle ausblieben. Das Traubengut war vollreif und in perfektem Gesundheitszustand, da aufgrund der vorangegangenen hohen Temperaturen und Trockenheit kaum Pilzinfektionen bzw. Fäulnisdruck aufgetreten waren.

Grüner Veltliner und Riesling

Und: Welche Auswirkungen hatte die im große und ganzen perfekte Witterung auf den Wein? Die Österreichische Weinmarketing (ÖWM) stellt fest: „Für sämtliche Weißweinsorten sind eine animierende Frische und ein strahlend klares Fruchtspiel prägend, zu dem sich überdies eine für ein derart warmes Jahr durchaus markante Säurestruktur gesellt. Bereits im frühen Stadium waren den Weißweinen dementsprechend eine selten anzutreffende Eleganz und Harmonie zu eigen.“
Besonders bei den beiden Kamptaler Hauptsorten darf man mit tollen Ergebnissen rechnen. Noch einmal die ÖWM: „Die niederösterreichische Leitsorte Grüner Veltliner fiel so sortentypisch und multidimensional aus wie schon lange nicht – zum charakteristischen Pfefferl und der tabakigen Würze kommen heuer ausgeprägte Fruchtaromen hinzu, die auch schon den leichteren Varianten viel Spannkraft und Ausdruck verleihen. Die Rieslinge sind in ihren Hochburgen von der Wachau über das Kamptal und Kremstal bis zum Wiener Nussberg ungemein saftig und fruchttief geraten, und dies bei durchaus rassigem Säuregerüst.

Grüne Veltliner Trauben
Grüne Veltliner-Trauben

Und was sagen die Winzer?

Große Zufriedenheit mit dem Jahrgang 2019 herrscht auch bei den Kamptaler Winzern. Alwin Jurtschitsch meint: „Alles in allem sind wir mit den vergangenen 12 Monaten zufrieden und glücklich. Es herrschten nahezu das ganze Jahr über ideale Bedingungen, die sich in temperamentvollen, terroirgeprägten und langlebigen Weinen widerspiegeln werden.“ Ebenso zuversichtlich gibt sich Willi Bründlmayer: „Die Menge liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt, aber der Jahrgang, da sind wir zuversichtlich, hat das Potential, groß zu werden.“ Und Ludwig Hiedler ist sich sicher, dass die Neuner-Legende weiter lebt: „Wie schon die zahlreichen Neuner-Jahrgänge zuvor, wird uns auch 2019 als großes Weinjahr in Erinnerung bleiben und über viele Jahre Freude bereiten.“

Stets auf dem Laufenden mit unserem Newsletter